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Innovationskraft - wie geht's?

Karin Hauser - 15.01.2018


Innovationskraft - wie geht's?

Innovation – eine wichtige Basis für die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens, gerade in komplexen Zeiten

In jedem Unternehmen steckt mehr Innovationskraft als man glauben mag. Und sie ist wichtig, denn: Wer auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben möchte, ist gezwungen, seine Produkte und Dienstleistungen an die sich ständig ändernden Anforderungen des Marktes anzupassen oder in seiner Entwicklung schon ein paar Schritte voraus zu sein. Und auch Organisationen selbst, die Art und Weise der Zusammenarbeit, der Einfluss der Digitalisierung auf die gesamte Kommunikation und die Geschäftsprozesse bieten ein ungeahntes Potenzial, sich als Unternehmen „neu zu erfinden“ – und dadurch für Kunden wie auch Mitarbeiter attraktiv zu bleiben.

Doch wo soll die Innovationspower her kommen, wenn nicht von den Mitarbeitern selbst? Es geht darum, den ständigen Erneuerungsprozess ins Rollen zu bringen und am Leben zu erhalten. Doch diese ständige Weiterentwicklung erfordert nicht nur Kreativität, sondern auch Ordnung und Struktur in der Umsetzung, sonst verlaufen die besten Ideen ergebnislos im Sande.

 

Den Innovations-Kick nutzen

„Über den Erfolg einer Idee entscheidet nicht die Größe des Unternehmens, sondern sein innovativer Geist.“ (Hubert Burda)

Wie innovativ und kreativ ist Ihr Unternehmen? Kreativität funktioniert nicht auf Knopfdruck, auch wenn viele „Kreativ-Workshops“ dies versprechen. Natürlich kann man Kreativität lernen. Dazu sollte man jedoch wissen:

Kreativität kommt immer dann, wenn man gar nicht damit rechnet. Und meist gar nicht am Arbeitsplatz, sondern in der Freizeit, beim Sport, unter der Dusche. Wer zum rechten Zeitpunkt seine Antennen auf Empfang schaltet, erhält wertvolle Impulse.

In einer Studie der Stanford University gaben nur 16 % aller Befragten an, dass sie während ihrer Arbeitszeit am kreativsten sind. Die anderen 84 % der Studienteilnehmer bestätigten, dass sie bei ihren Freizeitaktivitäten, Zuhause oder unterwegs in öffentlichen Verkehrsmitteln am kreativsten sind und die besten Ideen bekamen. Mit anderen Worten: Nicht an dem Platz, wo wir eigentlich die Kreativität für unsere Arbeit erwarten, tritt sie tatsächlich zutage! Sondern eher in Momenten, wenn wir entspannt oder mit etwas ganz anderem beschäftigt sind! "Die kreativsten Ideen fallen einem selten vor dem Monitor ein", meinte auch Scott Birnbaum, der Vize-Präsident von Samsung Semiconductor.

 

Woran liegt es, dass die besten Ideen NICHT am Arbeitsplatz kommen?

Kreativität entsteht dann, wenn wir verschiedene Teile unseres Gehirns nutzen und miteinander verknüpfen. Wenn wir beispielsweise fokussiert bei der Arbeit an der Lösung eines Problems arbeiten, dann konzentrieren wir uns voll und ganz auf dieses Problem und dessen Lösung. Geht man allerdings gerade einer Freizeitaktivität nach oder geht beispielsweise in der Natur spazieren, dann rufen die verschiedenen Reize, die wir durch unsere Sinne wahrnehmen (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen) verschiedene Erinnerungen (Erlebtes, Erfahrungen, Wissen, das wir einmal gelernt haben, etc.) in uns wach. Man lässt quasi die Gedanken frei fließen. Wir reisen mit unseren Gedanken unbewusst durch die Zeiten – die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft – hin und her und unser Gehirn verknüpft unbewusst verschiedene Informationen miteinander so, dass sie plötzlich DIE Lösung für unser Problem sind. Vielleicht kennen Sie den Effekt, wenn Sie beim Arbeiten eine Pause machen und sich einen Kaffee in der Kaffeeküche holen, einem Kollegen begegnen und ein kleines Pläuschchen halten – und urplötzlich haben Sie genau die Idee, auf die Sie gewartet haben. Wenn Ihnen das während der Arbeitszeit passiert, dann ist das perfekt. Doch das ist eher selten. Viele Menschen bekommen die zündende Idee beim Duschen, beim Spazierengehen oder wenn sie gerade ihrem Hobby nachgehen. Deshalb ist es immer gut, wenn Sie jederzeit empfangsbereit sind und ihre Ideen sichern können mit einer Notiz oder einer Voice-Nachricht. Sonst sind sie auch genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen sind.

 

Genau aus diesem Grund sind arbeitsfreie Phasen wichtig für uns. Dass wir unseren Feierabend genießen, abschalten, entspannen und unseren Hobbies nachgehen. Und auch mal das Vertrauen haben, dass die richtige Idee möglicherweise erst am anderen Morgen kommt.

 

Meine Tipps:

Erzwingen Sie nichts! Machen Sie für die Lösung kniffliger Probleme öfters mal eine Pause. Lösen Sie diese nie am selben Tag, sondern schlafen Sie mal eine Nacht darüber. Das gleiche gilt für wichtige Gespräche. Finden Sie heraus, wann und in welchen Situationen genau, Ihre Kreativität am besten ist und fördern Sie diese Momente in Ihrem Leben. Wenn Sie wissen, wie Sie ticken, dann werden Sie auf Dauer merken, dass Ihnen Ihre Arbeit wesentlich leichter von der Hand geht, weil Sie sich weniger Ihren „Kopf bei der Arbeit zerbrechen“ müssen. Diese Zuversicht, dass Ihr Gehirn das Thema schon lösen wird und Ihnen eine gute Idee zum rechten Zeitpunkt schenkt, wird Ihnen auf Dauer mehr Leichtigkeit in Ihrem Leben bescheren. Zugegeben: Es braucht etwas Training und auch den Mut, mal loszulassen und den Kopf bewusst frei zu machen. Probieren Sie es aus!

 

Wer Kreativität im Unternehmen leben und erleben möchte, sollte sich unbedingt mit der Frage beschäftigen, ob seine Unternehmenskultur Kreativität und Innovation überhaupt fördert und unterstützt. Nur wenn es entsprechenden Freiraum gibt, kann dieser auch genutzt werden. Was denken Sie als Führungskraft, wenn Sie zwei Mitarbeiter bei einem privaten Schwätzchen in der Kaffeeküche überraschen? Wie reagieren Sie darauf? Wie könnten Sie möglicherweise künftig anders darauf reagieren? Mit Ihrem Verhalten nehmen Sie immer direkten Einfluss auf die Unternehmenskultur. Mit Ihrem Führungsverhalten können Sie Kreativität fördern oder auch im Keim ersticken. Es ist Ihre Entscheidung.

 

Gerne unterstütze ich Sie und Ihre Organisation dabei, den Nährboden für Kreativität zu stärken, damit mehr Leichtigkeit in Ihren Alltag einkehrt.