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Organisationen nachhaltig entwickeln mit dem Eisberg-Modell

Karin Hauser - 15.02.2018


Organisationen nachhaltig entwickeln mit dem Eisberg-Modell

Bei der Strategie-Entwicklung konzentrieren sich viele Organisationen auf faktenbasierte Maßnahmen zur Prozessoptimierung, Produktivitätssteigerung, Umstrukturierung oder haben den Fokus auf Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten, Verbesserung der Einkaufskonditionen, Digitalisierung von Prozessen, bessere Außendarstellung des Unternehmens, Produktinnovationen, Nutzung von Online-Medien, fachliche Weiterbildung der Mitarbeiter, etc. Auf der anderen Seite wundern sie sich, wenn viele der verabschiedeten Maßnahmen am Ende doch nicht den Erfolg bringen, den sie sich gewünscht hatten. Irgendwie tut man doch etwas Neues oder Anderes und doch bleibt der nachhaltige Effekt aus.

Ein Hauptgrund dafür liegt unter der Wasseroberfläche des Eisbergs: Wenn sich bei Ihren Maßnahmen auch die gewünschte Nachhaltigkeit einstellen soll, dann empfiehlt es sich, die Mannschaft von Beginn an in den Veränderungsprozess und die Entwicklung der Organisation einzubeziehen. Eine Informationsveranstaltung allein genügt dazu nach meiner Erfahrung nicht aus, sondern ist eher die Begleitmusik danach, wenn jeder zu Wort gekommen ist und auch mal darüber sprechen kann, wo bei ihm der Schuh drückt.

Menschen haben einen freien Willen und tun nicht immer genau das, was man von ihnen erwartet. Veränderungen mögen sie weniger gerne - vor allem dann nicht, wenn sie Zusammenhänge nicht verstehen, Veränderung eher als Bedrohung empfinden und möglicherweise von Zweifeln geplagt werden. Und genau das ist der größte Hebel für Organisationen der meist noch ungenutzt bleibt.

Gerne erkläre ich dies am Modell eines Eisbergs

Nur ca. 8 % des Eisbergs sind sichtbar, weil sie sich über der Wasseroberfläche befinden. Aber die Ausmaße des Eisbergs unter Wasser sind gigantisch! Die meisten Strategieentwicklungen finden an der Oberfläche statt, also den 8 % des sichtbaren Eisbergs. Hier geht es um sichtbares Verhalten, Prozessoptimierungen, Umstrukturierungen, Zahlen, Daten, Fakten und alles Messbare. Viele Unternehmen investieren in diese 8 % des Eisbergs sehr viel Zeit und auch Geld. Leider bleibt die erwünschte Wirkung oftmals aus oder ist nur von kurzer Dauer.

Das wahre Entwicklungspotenzial für dauerhaften Erfolg und Veränderung liegt unter der Wasseroberfläche verborgen. Das sind die Faktoren, die meist unbewusst sind, z. B. unsere Einstellungen, Emotionen, Bedürfnisse, Wünsche, unsere Wertevorstellungen, aber auch unsere Ängste und Bedenken. Und die spielen gerade bei Veränderungsprozessen eine wesentliche Rolle.

Erst wenn Sie diese unsichtbaren 92 % in Ihre Strategieentwicklung mit einbeziehen, dann entsteht eine Sogwirkung, die für die gewünschte Nachhaltigkeit sorgt. Die Wirkung von Maßnahmen ist dann am wirkungsvollsten, wenn wir die 100 % des Eisbergs für eine Strategie-Entwicklung und deren Umsetzung betrachten. Und das trainieren wir beispielsweise mittels des Integralen Modells auch mit den Führungskräften.

In der Praxis bedeutet das, dass Führungskräfte mit den Mitarbeitern in den Dialog gehen sollten und dass sie gemeinsam über deren Zweifel, Bedenken und Ängste vor Veränderung sprechen. Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass sie deren Ideen und Anregungen für das Unternehmen offen gegenübertreten und deren Motive und damit verbundenen Bedürfnisse gemeinsam erforschen. Durch einen Dialog kommt es meist zu einem besseren Ergebnis. Wenn all das nicht passiert, ziehen sich Menschen zurück, denn: Wenn Mitarbeiter sich nicht verstanden fühlen oder immer das Gefühl haben, dass ihre Meinung nicht wichtig ist, dann machen sie Dienst nach Vorschrift. Mitarbeiter sind an der Basis. Sie kennen das Tagesgeschäft und die Lösung für Probleme oft besser als deren Chefs. Doch gehen Gespräche dazu meist im Alltagstrubel unter. Es schlummern viele unentdeckte Potenziale in Unternehmen. Ein gesunder Dialog kann diese ans Tageslicht fördern.

Wie gelingt ein „Blick unter die Wasseroberfläche des Eisbergs“?

Am besten Sie laden die gesamte Mannschaft zu einem Tag ein, an dem Sie gemeinsam an Ihrer Zukunft arbeiten. An diesem Tag – am besten moderiert – bieten Sie Raum für einen offenen Austausch, Fragen und Anliegen:

  • Finden Sie in einem motivierenden Rahmen gemeinsam heraus, welche Faktoren einer Entwicklung im Wege stehen und wo der Schuh aus Sicht der Mitarbeiter wirklich drückt.
  • Laden Sie ein, Verbesserungsideen zu finden. Viele Ideen können oftmals leicht und sogar sofort umgesetzt werden und haben eine große Wirkung, damit es besser wird.
  • Gute Gespräche dienen auch dazu, ein besseres Verständnis für die aktuelle Ist-Situation zu bekommen. Wenn alle im Unternehmen die Sichtweisen der anderen kennen, dann fallen manchmal auch Mauern, die bislang einer guten Kommunikation im Wege standen.

Was wir immer wieder merken: Ein solcher Tag ist eine Investition in die Zukunft. Er tut allen Beteiligten sichtlich gut und fördert ein positives Betriebsklima. Und da Essen und Trinken auch Leib und Seele zusammenhält, sollte das an einem solchen Tag keinesfalls fehlen. Für solch einen Event hat schon manch Unternehmer seine Fabrikhalle zu einer Event-Location umgestaltet. Es lohnt sich in jedem Fall!

Damit Sie die entsprechenden Schmerzpunkte identifizieren und einen interaktiven Rahmen gestalten, in dem offene und ehrliche Gespräche möglich sind, moderieren wir gerne diesen Tag für Sie und Ihre Mannschaft. Wir nennen ihn den „Tag der Orientierung“.