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"Ich hab aber keine Zeit!" Wann steigen Sie endlich aus Ihrem Hamsterrad aus?

Karin Hauser - 15.12.2017


… Kennen Sie das? Vor allem Inhaber kleiner und mittelständischer Familienunternehmen sind von diesem Dilemma betroffen.

Sie sitzen in ihrer Tretmühle tagein und tagaus. Das Tagesgeschäft hat sie fest im Griff. Innehalten? „Nein, dazu ist keine Zeit! Ich werde in der Firma gebraucht! Ohne mich läuft gar nichts!“

Dabei merken sie nicht, dass sie sich das Leben oft schwerer machen als es nötig ist. Kennen Sie die Geschichte vom Waldarbeiter, der Bäume fällt? Er hat keine Zeit, seine Axt zu schleifen, denn er muss Bäume fällen. Und dabei merkt er nicht, dass sein Arbeitsgerät schon längst stumpf ist. Es kostet ihn mehr Zeit und Kraft mit der stumpfen Axt zu arbeiten, als der im Vergleich dazu minimale Aufwand, die Axt zu schärfen. Aber durch das rastlose Arbeiten fällt es ihm schon gar nicht mehr auf. Er hat sich schon an die stumpfe Axt gewöhnt. Es ist häufig schwer, aus seinem Hamsterrad auszusteigen, weil wir es dabei mit sehr vielen Gewohnheiten zu tun haben, die sich in unserem Denken und Handeln über die Jahre hinweg eingeschliffen  und verfestigt haben. Und zwar so, dass es uns gar nicht mehr auffällt.

Erst wenn der Körper streikt und wir krank werden, kommen wir zum Nachdenken, ob es so sinnvoll ist, wie wir durchs Leben gehen. Vernünftiger wäre es, nicht erst darauf zu warten, bis uns eine Krankheit aus dem Hamsterrad herauskickt. Wir haben es selbst in der Hand – und zwar in jeder Sekunde unseres Lebens. Und wir können es jederzeit verändern. Diese 3 Tipps können Ihnen dabei helfen, selbst aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Mein erster Tipp:
Sagen Sie bewusst einmal „Stopp”!

Wie oft nehmen Sie sich Zeit, Ihren Blick für Ihr eigenes Tun und Handeln zu schärfen? Oder anders ausgedrückt: Wann stellen Sie Ihr Tun und Handeln bewusst auf den Prüfstand? Meine Empfehlung ist, dass sich jeder Unternehmer im Jahr 1–2 % seiner Arbeitszeit genau für dieses „Axtschleifen“ oder „Innehalten“ nehmen sollte. Dabei sind 1 % der Arbeitszeit gerade mal 2 Tage im Jahr! Wer nicht bereit ist, den Kreislauf im Hamsterrad bewusst zu unterbrechen, der wird nie in der Lage sein, echte Verbesserungen für sein Unternehmen, für seine Rolle als Führungskraft und seine persönliche Lebensqualität zu erreichen.

Planen Sie jährlich 2 Arbeitstage fest in Ihrem Kalender ein, um über Ihr Unternehmen bewusst nachzudenken. Stellen Sie sicher, dass Sie diese 2 Tage sinnvoll nutzen! Wussten Sie’s: In einem schönen Ambiente macht „Axtschleifen“ übrigens richtig Spaß und wirkt inspirierend!
Wenn Sie Impulse für Ihre Verbesserungspotenziale brauchen, besuchen Sie ein Seminar, holen Sie sich externe Unterstützung oder fordern Sie bei mir den „Unternehmer-Schnelltest“ an oder fragen Sie mich nach einer Potenzialanalyse. Wer nach guten Antworten für Veränderung sucht, braucht zunächst einmal gute Fragen. Gute Fragen sind besser als sich gleich auf neue Aktivitäten zu stürzen. Blinder Aktionismus hilft Ihnen nicht weiter. Eher das Innehalten. Sie werden merken, dass es gut investierte Zeit ist!

Mein zweiter Tipp:
Weglassen – statt immer mehr dazu.

Wenn wir daran arbeiten, unsere Ziele zu erreichen neigen wir oft dazu, uns mehr zuzumuten als wir tatsächlich bewältigen können. Die eigentliche Lebenskunst liegt aber meist im Weglassen. Doch was kann man einfach so weglassen? Beispielsweise Dinge, die im Moment nicht wirklich wichtig sind, um Ziele zu erreichen. Oder solche, die beispielsweise einer Ihrer Mitarbeiter wesentlich leidenschaftlicher und besser für Sie lösen könnte, wenn Sie es ihm nur zutrauen würden. Vielleicht laufen auch in Ihrem Unternehmen Mitarbeiter umher, die auch gerne Mit-Unternehmer wären und sich noch mehr einbringen würden, wenn sie nur eine Gelegenheit dazu bekämen? Bitte nehmen Sie sich für die Beantwortung dieser Frage kurz Zeit. Und vielleicht fallen Ihnen schon ein paar Namen ein – dann notieren Sie diese auf ein Blatt Papier. Wann wäre eine gute Gelegenheit, diesen Mitarbeitern eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung zu bieten und sie dabei zu unterstützen, dass sie auch erfolgreich sein können damit?

Mein dritter Tipp:
Zeigen Sie Ihrem Schweinehund die Zähne und treffen Sie eine klare Entscheidung!

Ein Seminar allein hilft oft nicht, um Verhaltensweisen nachhaltig zu verändern, geschweige denn, den inneren Schweinehund zu überlisten. Dieser schöpft seine Daseinsberechtigung nämlich von unseren Denkweisen und Überzeugungen, nach denen wir oft schon ein Leben lang gelebt haben. Der Schweinehund ist ein Gewohnheitstier – und nichts bringt ihn mehr aus der Fassung als Veränderung. Die mag er nämlich gar nicht! Und das ist auch der Grund, warum es uns so schwer fällt, eintrainierte Verhaltensweisen zu verändern.

Am besten zeigen Sie Ihrem inneren Schweinehund die Zähne, indem Sie eine klare Entscheidung treffen, aus Ihrer Komfortzone auszubrechen und Neuland zu erkunden. Wenn Sie es beispielsweise gewohnt sind, verantwortungsvolle Aufgaben lieber selbst zu erledigen, dann könnten Sie genau da anfangen. Nehmen Sie Ihre Liste von oben mit den Namen der Mitarbeiter und treffen Sie jetzt eine klare Entscheidung, mit wem Sie über welche Aufgabe gerne sprechen möchten, um diese zu delegieren.

Delegieren ist nach meiner Erfahrung eine sehr sensible Sache, bei der man auch sehr viel falsch machen kann, nämlich dann, wenn man zum einen nur eine Aufgabe ohne Verantwortung überträgt oder zum anderen, wenn man die Mitarbeiter mit einer Aufgabe total überfordert. Wie können Sie vorbeugen, damit das nicht passiert?

Machen Sie sich bewusst, welcher Verantwortungsrahmen der richtige ist, damit der Mitarbeiter die Aufgabe so selbstständig wie möglich lösen kann. Und vor allem: Sprechen Sie mit dem Mitarbeiter darüber und fragen Sie ihn, ob er bereit dazu ist, diese Verantwortung anzunehmen. Wenn nein, könnte das möglicherweise daran liegen, dass er unsicher ist. Vielleicht können Sie ihn dabei unterstützen, dass er „hineinwachsen“ kann. Denken Sie an Ihre eigene Zeit zurück. Auch Sie waren nicht von heute auf morgen Führungskraft. Auch das musste sich erst entwickeln.

Um den Mitarbeiter mit der neuen Aufgabe nicht zu überfordern, sollten Sie immer gerade zu Beginn den Mitarbeiter unterstützen: Es ist normal, dass Mitarbeiter, wenn sie bisher wenig Verantwortung übernommen haben, Fehler machen. Das liegt nicht daran, weil der Mitarbeiter zu „dumm“ für die neue Aufgabe ist, sondern meist daran, dass ihm die notwendige Flughöhe fehlt, also der Blick für größere Zusammenhänge. Deshalb sollten Sie gerade zu Beginn den Mitarbeiter intensiver begleiten, mit ihm sprechen und ihn nicht tagelang in die falsche Richtung laufen lassen. Besser wäre es, wenn die Mitarbeiter frühzeitig kleinere sichtbare Erfolge erzielen können. Damit dies gelingt, sind Sie als Führungskraft in der Verantwortung, die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Und das geht nur über häufige punktuelle Kommunikation.

Fazit

Eines ist sicher: Das zeitliche Investment in die regelmäßigen Zeiten der Selbstreflexion und die Entwicklung von Mitarbeitern zahlt sich langfristig aus. Und es ist für Sie die einzige Chance, als Organisation in einem immer komplexeren Umfeld sich zukunftsfähig aufzustellen.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, die Hürden, die sich Ihnen dabei in den Weg stellen, zu meistern.